Die Lamellae Collection

Mit dem Tod von Zaha Hadid im März dieses Jahres hat Georg Jensen ein außerordentlich begabtes und visionäres Designtalent verloren. Sie hatte erst vor kurzem letzte Hand an eine neue Kollektion gelegt. Diese acht Stücke sind ein Beweis für ihren außergewöhnlichen Blick als Designerin und ihre Fähigkeit, scheinbar mühelos Einfachheit und Komplexität miteinander zu verbinden. Jedes Stück der aus fünf Ringen und drei Armreifen bestehenden Kollektion mit wunderschönen organischen und kraftvollen Formen ist von Zaha Hadids Architektur inspiriert und eine Anspielung auf die sanft gewellten Silhouetten vieler ihrer Bauwerke. Ebenso wie in den natürlichen, fließenden Konturen der Gebäude sind auch in ihren Schmuckstücken die skulpturalen Formen der Natur deutlich erkennbar. Wie Bänder von Fenstern jedes Gebäude umgeben, umgibt ein „gestreiftes“ Relief diese neuen Designs und erzeugt natürliches Licht, Schatten und eine dramatische architektonische Linie. Die aus Sterlingsilber und schwarzem Rhodium gefertigten und mit schwarzen Diamanten besetzten Stücke vermitteln einen üppigen, taktilen Eindruck. Die Art und Weise, wie der Schmuck getragen wird, wurde neu interpretiert: Die Ringe streifen sanft über die Hand oder schweben spielerisch am Finger; der elegante Armreif greift das natürliche Spiel des Lichts auf und schmiegt sich in aufregender Weise silbern um das Handgelenk. Das Silber wechselt auf natürliche Weise zwischen polierten und matten Effekten, während das schwarze Rhodium den grafischen, architektonischen Formen einen zarten Schimmer verleiht. „Es gab immer eine Kontinuität in Zahas Arbeit, was auch für diese Kollektion gilt“, sagt David Chu, Creative Director bei Georg Jensen. „Ihre Ästhetik liegt auf einer Linie mit der Geschichte unserer Schmuckdesigns und ist eine Hommage an die scheinbar einfachen und doch mathematischen Formen der Natur. Unsere Partnerschaft war die Fortsetzung unserer seit über einem Jahrhundert währenden Zusammenarbeit mit Designern, deren Vision unsere Art zu denken transformiert.“

Zaha Hadid hatte als eine der führenden Architektinnen und Designerinnen der Welt internationale Berühmtheit erlangt, als sie unerwartet im März 2016 starb. Die kreative Vision dieser durch und durch zeitgenössischen Denkerin und Designerin war gekennzeichnet von vitalen, fließenden Formen und einer unverkennbaren, kühnen Präsenz. Zaha Hadid hatte an der Amerikanischen Universität Beirut Mathematik studiert, bevor sie in den 1970er Jahren nach London zog, wo sie Architektur studierte und 1979 ein eigenes Architekturbüro eröffnete. Im Laufe ihrer beruflichen Entwicklung entwarf sie u. a. Sportstadien, Theater, Opernhäuser, Kunstgalerien, Schuhe und Autos. Die Zaha Hadid Kollektion für Georg Jensen war ihre erste Zusammenarbeit mit dem dänischen Designunternehmen. „Die Zusammenarbeit mit Georg Jensen ermöglichte es uns, unsere Ideen in einem anderen Maßstab und in anderen Medien umzusetzen. Dabei war unser Ausgangspunkt Georg Jensens enge Verbindung mit der Natur“, sagte Zaha Hadid Anfang des Jahres über die Kollektion.

„Die in der Natur zu findende organische, strukturelle Logik hat eine eigene Integrität, und wir betrachten bei der Schaffung von Umgebungen oft die Kohärenz von natürlichen Systemen. Die Herausforderung bestand für uns darin, dies in etwas Tragbares umzusetzen und die reiche Geschichte und Tradition der Designsprache von Georg Jensen neu zu interpretieren.“